RECHT AUF MENSCHENRECHTSBILDUNG


THAILAND
EIN HANDBUCH FÜR FREIHEITSLIEBHABER

LIBANON
MENSCHENRECHTSBILDUNG MIT DER POLIZEI

RECHT AUF MENSCHEN-RECHTSBILDUNG


THAILAND
EIN HANDBUCH FÜR FREIHEITSLIEBHABER

LIBANON
MENSCHENRECHTSBILDUNG MIT DER POLIZEI

THAILAND

EIN HANDBUCH FÜR FREIHEITSLIEBHABER

Menschenrechtsverteidiger und -verteidigerinnen kämpfen in Thailand an mehreren Fronten: Die Meinungsfreiheit ist eingeschränkt und das Land ist ein Hotspot für Menschenhandel und Sklavenarbeit. Trotz staatlicher Zusicherungen gibt es keine oder nur sehr wenige Fortschritte.


Ein Grund für die Situation ist ein Mangel an Wissen über Menschenrechte. Viele Bürgerinnen und Bürger in Thailand haben kein Verständnis davon, was Menschenrechte wirklich sind und was sie in ihrem Alltag bedeuten. In der Überzeugung, dass Bildung entscheidend für den Wandel ist, haben Amnesty International und die Stiftung gemeinsam ein in Thailand beispielloses Handbuch entwickelt: „Menschenrechte für die Menschheit“.


Die Publikation erklärt die Grundprinzipien und schärft das Bewusstsein für die Werte der Menschenrechte. Es liefert zudem Beispiele, wie man die Ideen der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte in praktischer Form verbreiten kann.

Die speziell für Pädagogen und Pädagoginnen geschriebene Publikation liefert einen wichtigen Beitrag zur Menschenrechtsbildung in Thailand. Frühere Bücher zu diesem Thema waren für Akademiker und Wissenschaftlerinnen. „Diese akademischen Menschenrechtshandbücher verwenden in der Regel ein schwieriges Vokabular, das es Praktikern schwer macht, sie zu verstehen“, sagt Saksinee Amasiri, Koordinatorin von Amnesty International.

Stattdessen betreiben die Stiftung und Amnesty politische Bildung. Das Buch bietet Richtlinien und Anleitungen für Aktivitäten wie pädagogische Rollenspiele oder Workshops – beispielsweise schlüpfen die Teilnehmenden in die Rolle eines Flüchtlings, um ein Verständnis für die verzweifelte Situation der Geflüchteten zu bekommen. Diese praktischen Werkzeuge bieten eine reiche Quelle an Material für Lehrerinnen, Aktivisten und Jugendleiter.


Die Stiftung ist vor Ort dafür bekannt, schwierige Inhalte in hochwertiges, aber dennoch einfach verständliches Lehrmaterial zu übersetzen. Das Team hat bereits erfolgreich Spiele zur Förderung von Demokratie und Freiheit entwickelt, was für Amnesty International Anlass war, bei der Erstellung des Handbuchs mit der Stiftung zu kooperieren.


Die Autoren des Buches folgten der Idee von Kofi Annan, dem ehemaligen Generalsekretär der Vereinten Nationen: „Menschenrechtsbildung ist viel mehr als eine Lektion in Schulen oder ein Thema für einen Tag; sie ist ein Prozess, um die Menschen mit den Werkzeugen auszustatten, die sie brauchen, um ein Leben in Sicherheit und Würde zu führen.“ Das Handbuch „Menschenrechte für die Menschheit“ wird in den nächsten Jahren zu diesem dringend benötigten Prozess in Thailand beitragen.


„Menschenrechtsbildung ist viel mehr als eine Lektion in Schulen um die Menschen mit den Werkzeugen auszustatten, die sie brauchen, um ein Leben in Sicherheit und Würde zu führen.“

Artikel 26, Allgemeine Erklärung der Menschenrechte: „Bildung muss auf die Achtung vor den Menschenrechten gerichtet sein“

LIBANONii

MENSCHENRECHTSBILDUNG MIT DER POLIZEI

Das Video wird zu Anti-Diskriminierungsarbeit
in der Menschenrechtsbildung eingesetzt.

Im Libanon unterstützt die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit den lokalen Partner LOUDER (The Lebanese Organization for Unity and Defending Equal Rights) bei der Menschenrechtsbildung mit der libanesischen Polizei.


Untersuchungen und gemeinsam durchgeführte Interviews hatten ergeben, dass libanesische Sicherheitskräfte zwar an Trainingseinheiten zu einem Verhaltenskodex der Polizei teilgenommen haben, diese Trainingseinheiten aber nicht geeignet waren, Menschenrechtsstandards und die praktische Anwendung im Polizeialltag zu schulen. Wenn Polizisten diese Standards aber in ihrer alltäglichen Arbeit umsetzen sollen, müssen sie in die Lage versetzt werden, sie zu verstehen und in wirklichen, realen Situationen anzuwenden.


Befragt ein Polizist oder eine Polizistin beispielsweise ein Opfer oder eine Zeugin oder stellt Nachforschungen an, muss er/sie sich der Menschenrechte bewusst sein und die standardisierten Vorgehensweisen respektvoll und professionell umsetzen. Der Polizist oder die Polizistin muss in der Lage sein, eine Verbindung zwischen den theoretischen Standards der Menschenrechte und der praktischen Anwendung dieser Rechte herzustellen.


The Lebanese Organization for
Unity and Defending Equal Rights

An dieser Stelle setzt das „RightsKeepers“-Projekt der Stiftung und ihres Partners LOUDER an. In Zusammenarbeit mit der Ausbildungs- und der Menschenrechtsabteilung der Polizei wird ein ganzheitliches Trainingscurriculum erstellt, das die Grundlage der allgemeinen und verbindlichen Ausbildung eines jeden Polizisten und jeder Polizistin im Libanon sein soll. Die Integration der Menschenrechte in die tägliche Polizeiarbeit wird als fortlaufender Prozess begriffen. Deshalb zielt das „RightsKeepers“-Projekt darauf ab, Wissen zu vermitteln und Fähigkeiten praktisch zu trainieren, um eine dauerhafte Verankerung des Schutzes der Menschenrechte innerhalb der libanesischen Polizei zu gewährleisten. Durch Handbücher, Leitfäden, Poster, Visualisierungen, kurze animierte Videos und darauf abgestimmte Trainingseinheiten wird dieses Ziel gefördert. Praktische Alltagserfahrungen wurden aus Interviews mit den unterschiedlichen Abteilungen der Polizei gesammelt und ausgewertet, um sie in das Trainingsprogramm zu integrieren.


Die Bedeutung dieses Projektes liegt darin, einen Wandel im Bewusstsein und Handeln der libanesischen Polizei herbeizuführen. Es geht darum, den bereits begonnenen Änderungsprozess innerhalb der Organisation zu unterstützen: von der Aufgabe, Sicherheit und Ordnung zu garantieren, also Sicherheits-Bewahrer zu sein, dahingehend, Menschenrechte zu schützen und „Rights-Keeper“ zu werden.

Menschenrechtsbildung am runden Tisch

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