GRIECHENLAND

LESBOS – SOLIDARITÄT HEISST MENSCHEN- RECHTE ACHTEN

VON SABINE LEUTH­EUSSER­-SCHNARREN­BERGER

GRIECHENLAND

LESBOS – SOLIDARITÄT HEISST MENSCHENRECHTE ACHTEN

VON SABINE LEUTH­EUSSER­-SCHNARREN­BERGER

GRIECHENLAND

LESBOS – SOLIDARITÄT HEISST MENSCHENRECHTE ACHTEN

VON SABINE LEUTH­EUSSER­-SCHNARREN­BERGER

Kinder hüpfen in ihren Gummischlappen durch Dreck und spielen Fangen. Familien hausen in winzigen Zelten und Hütten. Diese Bilder kommen sofort, wenn ich an meinen Besuch der Flüchtlingslager Olive Grove und Moria im Februar auf Lesbos denke.

Mitten in Europa leben geflüchtete Menschen unter prekären und menschenunwürdigen Bedingungen. Die Camps waren schon vor Corona hoffnungslos überfüllt, die hygienischen Zustände untragbar und gewalttätige und sexuelle Übergriffe standen an der Tagesordnung. Zehn Monate später hat sich die Situation in Moria durch Covid-19 und die Brände noch weiter verschlechtert – der Rest Europas sieht zu.

Aktivisten und Betroffene vermuten, dass die Feuer von einem rechten Mob gelegt wurden. Wieder andere, dass die Flüchtlinge selbst verantwortlich sind. Beweise gibt es hierfür nicht. Diese Diskussionen lenken ab vom Wesentlichen, denn Flüchtlinge sind keine Ware, es sind Menschen, die aus persönlichen Gründen freiwillig ihre Heimat verlassen haben oder gar verlassen mussten. Die humanitäre Katastrophe trifft aber auch unmittelbar die Inselbewohner:innen von Lesbos.

Ich erinnere mich an die unglaublich bewegenden Gespräche mit den Lokalpolitikern, die so verzweifelt nach Unterstützung suchten. Sie fühlten sich alleingelassen: Weder von der griechischen Regierung noch von der EU gab es Hilfe. Viel ist nicht passiert seither. Die EU-Kommission zeigt sich schwerfällig. Erst im September 2020 stellte sie Reformvorschläge für einen neuen Asyl- und Migrationspakt vor. Doch eine Regulierung der Abschiebeverfahren ist kein Ausdruck menschlicher Solidarität, sondern ein empathieloses Armutszeugnis.

Solidarität als Grundprinzip

Bei der Unterbringung von Flüchtlingen nach dem Brand in Moira müssen die Standards endlich menschenwürdig werden und die griechische Regierung unterstützt werden. Ebenso muss die EU ihrer Verantwortung bei der Seenotrettung im Mittelmeer nachkommen. Die europäische Migrationspolitik braucht geordnete, faire und zügige Asylverfahren. Flüchtlinge brauchen Perspektiven – entweder in ihrer Heimatregion oder in einem Aufnahmeland. Langjährige Rechtsunsicherheit ohne Zukunftsaussichten zermürben alle – Helfer und Flüchtlinge.

Leider ist es schwierig für uns als politische Stiftung aufgrund der zuwendungsrechtlichen Bestimmungen, politische Bildung vor Ort zu unterstützen.

Menschen leben vor Ort unter unvorstellbaren Bedingungen.

Die Lage in der Ägäis erfordert Hinsehen und Handeln.

Gemeinsam mit Konstantin Kuhle MdB bei freiwilligen Asylanwälten, die das Recht auf einen fairen Prozess sicherstellen.

Migrationspolitik braucht sichere Fluchtwege und zügige Asylverfahren.

MEHR ÜBER DIE MENSCHENRECHTSARBEIT DER FRIEDRICH-NAUMANN-STIFTUNG FÜR DIE FREIHEIT FINDEN SIE AUF:

freiheit.org/menschenrechtsarbeit