PHILIPPINEN

NATIONALE KRISE ERFORDERT MULTIDISZIPLINÄRE ANTWORTEN

„Warum bekommt die Öffentlichkeit nur Drohungen von der philippinischen Regierung zu hören statt echte Informationen über Covid-19 zu erhalten?“, fragt die Journalistin Marites Vitag von Rappler.

Bei der Bekämpfung des Virus sehen sich die Philippinen mit einer schwachen Reaktion ihrer Regierung konfrontiert. Die FNF Philippinen arbeitet mit verschiedenen Partnern zusammen, um Freiheit und Rechte zu stärken und den verbliebenen Raum für Demokratie zu verteidigen.

Experten aus unterschiedlichen Fachgebieten und Berufszweigen legen unter dem Motto „Freiheit in Pandemiezeiten" ihre verschiedenen Sichtweisen dar und erörtern, die Auswirkungen auf die Rechte und Freiheiten der Bürger:innen. So mahnt die Journalistin Marites Vitug an, wie wichtig es sei, stets wachsam zu bleiben, besonders nachdem die Regierung Quarantäneverletzer als Kriminelle behandelt und verwaltungskritische „Netizens“ offen verfolgt. Dies rührt auch daher, dass Präsident Rodrigo Duterte die Pandemie allein als Problem der öffentlichen Ordnung verstanden haben will und nicht als eine Frage der öffentlichen Gesundheit.

Rechtebasierter Ansatz Teil der Lösung

„Wenn zeitgleich Polizei- und Militärkräfte aufgebaut und gestärkt werden und kontinuierlich Termini aus der Kriegssprache zum Einsatz kommen, unterstützt dies den allgemein verbreiteten Eindruck, dass es sich bei der Pandemie um ein Thema von Frieden und Ordnung handelt," bestätigt Marc Siapno von der philippinischen Menschenrechtskommission. Für Siapno ist „der beste Weg, um aus der Krise zu kommen, ein auf Rechten basierender Ansatz."

Die bloße Bereitstellung von Informationen ist allerdings alleine noch keine Garantie dafür, dass die aktuelle Gesamtsituation verbessert wird. „Inzwischen führt die allgemeine Unfähigkeit, zu beurteilen, ob etwas Tatsache oder Fiktion ist, eher noch zur Verbreitung von Desinformationen”, erläutert der Reporter Matthew Reysio-Cruz.

Zugang zu grundlegenden Gütern

Für alle Menschen, die sich im Lockdown befinden und somit an freier Bewegung und Reisen gehindert sind, muss ausreichende Versorgung garantiert werden. Als die Regierung ankündigte, den öffentlichen Verkehr zu stoppen, wurde es für die Menschen schwierig, selbst die grundlegendsten Lebensmittel und Produkte zu erwerben. Die minimale finanzielle Unterstützung reicht nicht aus, um die Versorgung einer durchschnittlichen philippinischen Familie zu decken.

Für Ira Cruz von AltMobility führt der komplette Stopp der öffentlichen Verkehrsmittel während der Pandemie auch dazu, „den Zugang zu den menschlichen Grundbedürfnissen einzuschränken und zwar in Zeiten, in denen sie diese am dringendsten benötigen.“

Dr. Joey Hernandez, ein Arzt im öffentlichen Gesundheitswesen, nennt den Mangel an Gesundheitseinrichtungen, Testzentren sowie die ungleiche Verteilung von Ärzten und Krankenschwestern als eines der gravierendsten Probleme des Gesundheitssystems. Die Zunahme der COVID-Fälle hängt nur mit diesen Realitäten zusammen. Es wird vergessen, dass das Recht auf Gesundheit ein Menschenrecht und daher universell für alle gültig ist.

MEHR ÜBER DIE MENSCHENRECHTSARBEIT DER FRIEDRICH-NAUMANN-STIFTUNG FÜR DIE FREIHEIT FINDEN SIE AUF:

freiheit.org/menschenrechtsarbeit