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PAKISTAN
BEWUSSTSEIN FÜR DATENSCHUTZ UND PRIVATSPHÄRE SCHÄ
RFEN

INDIEN
AUFGEKLÄRT GEGEN BELÄSTIGUNG IM NETZ

PAKISTAN

BEWUSSTSEIN FÜR DATENSCHUTZ UND PRIVATSPHÄRE SCHÄRFEN

Haben Sie jemals eine unerwünschte Nachricht oder Benachrichtigung in den sozialen Medien oder auf dem Handy von jemandem erhalten, den Sie nie getroffen haben? Wurden Sie oder jemand, der Ihnen nahesteht, von Hackern, Phishern oder anderen ins Visier genommen? Diese Handlungen von jemandem, der sich hinter einem digitalen Profil verbirgt, können unerwünscht sein, überschreiten oft die Grenze zur Aufdringlichkeit und können zu einem Gefühl der Unsicherheit führen.


In einer Welt, in der solche Handlungen immer häufiger vorkommen, ist die Frage, wie man ihnen am besten begegnet, entscheidend. Nach Ansicht der Digital Rights Foundation (DRF) in Pakistan können diese Probleme durch einen starken Rechtsrahmen für Datenschutz in Verbindung mit wirksamen Durchsetzungsmechanismen gelöst werden.


Derzeit gilt die von der Europäischen Union erlassene Datenschutzgrundverordnung als das beste Datenschutzsystem der Welt, was viele hoffen lässt, dass der hohe Standard Nachahmer in anderen Ländern findet. Mehr als 107 Länder haben auf der ganzen Welt Datenschutzgesetze erlassen, um personenbezogene Informationen ihrer Bürger und Bürgerinnen zu schützen. Pakistan gehört zu den Ländern, in denen Datenschutzgesetze gerade erwogen werden. Aktuell verfügt Pakistan jedoch weder über eine direkte Datenschutzgesetzgebung noch über eine Datenschutzbehörde. In der Verfassung des Landes ist das Recht auf Privatsphäre als Grundrecht verankert. Artikel 14 Absatz 1 der Verfassung bestätigt, dass „die Würde des Menschen und, gemäß den Gesetzen, die Privatsphäre eines Zuhauses unantastbar sind“.


Obwohl es keinen direkten Rechtsrahmen für den Datenschutz gibt, wird der Datenschutz theoretisch durch eine Reihe verschiedener vorläufiger Gesetze geregelt. Um die Probleme anzugehen, die sich aus dem Fehlen eines kohärenten Regelwerks ergeben, und um das Bewusstsein für Online-Sicherheit zu schärfen, haben DRF und die Stiftung eine Reihe von Veranstaltungen durchgeführt, die sich an verschiedene Zielgruppen zum Thema Datenschutz und Privatsphäre richten.


Frauen gehören auch im digitalen Raum zu den verwundbarsten Gruppen. Einige der Veranstaltungen wurden daher auf geschlechtsspezifische Fragen in Verbindung zur Sicherheit im Internet zugeschnitten. Um diesem wichtigen Thema Rechnung zu tragen, wurden bei der Konferenz „Datenschutz an der Schnittstelle zwischen geschlechtlicher Identität und Privatsphäre“ politische Empfehlungen mit Politik und Zivilgesellschaft diskutiert, um Impulse für eine neue Gesetzgebung zu geben, die genderspezifische Aspekte umfasst.


Auch mit Studierenden verschiedener Universitäten wurden Datenschutz und Privatsphäre diskutiert, um das Bewusstsein für Gesetze und Rechte zu schärfen. Bei Crypto Parties werden durch praktische Übungen Grundkenntnisse über IT-Sicherheit und sicheres Surfen im World Wide Web vermittelt.

INDIEN

AUFGEKLÄRT GEGEN BELÄSTIGUNG IM NETZ

Gleichberechtigte Teilhabe an medialerInformation und Kommunikation muss für Mädchen und Frauen gewährleistet werden

In Indien sind mittlerweile mehr als 600 Millionen Menschen online. Das ist ein rasantes Wachstum: Noch vor zehn Jahren hatten nur 62 Millionen Menschen (oder 5% der Bevölkerung) auf dem Subkontinent Zugang zum Internet.


Nicht verwunderlich ist daher, dass auch die Anzahl von Hasskommentaren in den sozialen Medien und in Chatprogrammen in den vergangenen Jahren massiv zugenommen haben. Insbesondere Frauen sehen sich oft mit sexualisierten Beleidigungen, Bedrohungen und sexueller Belästigung konfrontiert. In einer Gesellschaft, in der traditionelle Geschlechterrollen weiterhin dominieren und Frauen in vielen gesellschaftlichen Bereichen noch nicht gleichgestellt sind, ist das leider keine Überraschung.


Umso wichtiger ist es, Frauen einen möglichst guten Schutz gegen Hass und Belästigung zu bieten. Gemeinsam mit dem Internet Democracy Project – einer Organisation, die die digitale Transformation aus einem feministischen Blickwinkel analysiert – hat das Büro der Stiftung in Delhi einen praktischen Leitfaden für Frauen im Umgang mit Online-Belästigung entwickelt. Er zeigt, wie sich Frauen besser schützen können und gibt Empfehlungen für Opfer. Die Stärkung der Medienkompetenz oder praktische Skills wie das Blockieren aufdringlicher Nutzer, können erste Reaktionen auf Belästigung im Netz sein. Der Leitfaden beinhaltet aber auch konkrete Tipps und praktische Maßnahmen für Frauen und geschlechtsspezifische Minderheiten, um ihr Online-Leben fortzusetzen ohne sich von Belästigungen einschüchtern zu lassen. Von sexueller Belästigung betroffene Frauen wird erklärt, wie sie sich vertrauensvoll an Online-Communities und offizielle Stellen wenden können. Der Leitfaden sensibilisiert und klärt Frauen über ihre Rechte auf und motiviert sie, nicht untätig zu bleiben, sondern aktiv ihre Rechte einzufordern. Das Potential des Netzes soll für die Emanzipation von Frauen in Indien voll genutzt werden.

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