MENSCHENRECHTE
UND KLIMA


GYDE JENSEN

„Der Klimawandel ist eine der größten Gefahren
für die Menschenrechte“


Wer das leugnet, betreibt Realitätsverweigerung. Es ist eine Menschheitsaufgabe, dem fortschreitenden Klimawandel vorzubeugen und seine Folgen zu verhüten. Es fehlt manch einem das Bewusstsein für den Beitrag der Industrie- und Schwellenländer am Klimawandel, manchmal auch für die Folgen des Klimawandels an sich. Es fehlt aber gerade in Deutschland auch an dem Willen, besonnen mit den Herausforderungen und Ursachen des Klimawandels umzugehen. Statt radikalen Protest brauchen wir vernünftige Lösungen und realistische Machbarkeitsüberlegungen.


Wir müssen eingestehen: Der Klimawandel hat dras-tische Folgen. Wetterextreme häufen sich. Dürreperioden werden länger und zahlreicher. Gleichzeitig kommt es vermehrt zu Überschwemmungen. Es schneit in Regionen, in denen es früher nie Schnee gab. Auf der anderen Seite werden gemäßigte Klimazonen plötzlich von Hitzewellen und Waldbränden geplagt. Das stellt ein neues Risiko für grundlegende Menschenrechte auf Leben, Gesundheit und Nahrung weltweit dar, das vor allem Menschen und Regionen trifft, die ohnehin regelmäßig vor großen Herausforderungen stehen. Das sich ändernde Klima destabilisiert außerdem politische Verhältnisse und befördert so gewalttätige Konflikte um den Zugang zu Lebensgrundlagen wie Nahrungsmitteln und Wasser. 40 % der Bürgerkriege der letzten 60 Jahre wurden im Zusammenhang mit Umweltschäden geführt, Tendenz steigend.


Bereits jetzt sorgt der Klimawandel für einen starken Anstieg globaler Hungersnöte. In den vergangenen zehn Jahren war beinahe die Hälfte aller Einsätze des UN World Food Programme klimabedingt. Die WHO rechnet deshalb zwischen 2030 und 2050 mit jährlich 250.000 zusätzlichen Sterbefällen allein aufgrund von Unterernährung, Malaria, Durchfall und Hitzeschlägen.


Die Gefahr für Menschenrechte ist durch die Auswirkungen des Klimawandels immens. Wir müssen sie deshalb umso stärker verteidigen. Dazu müssen wir als Gesellschaft umsteuern und umdenken – hin zu einem echten Klimakonsens. Zunächst national – dann europäisch – dann international. Jeder Staat kann seinen individuellen Teil zum Gelingen dieses Projektes beitragen.


Das braucht einen kühlen Kopf, die sachliche Auseinandersetzung und den unbedingten Willen zu technischer Innovation: Wir müssen dringend unsere Anstrengungen erhöhen, CO2 gar nicht erst auszustoßen. CO2 vermeiden wir am effektivsten dort, wo die CO2-Vermeidungskosten am geringsten sind: In der Gebäudedämmung liegt einer der ungehobenen Schätze des Klimaschutzes. Nur wenn wir ohne Denkverbote die Ursachen des Klimawandels an der Wurzel packen, haben wir die Chance, den Klimawandel abzuwenden. Symbolpolitik ist an dieser Stelle geradezu gefährlich. Ein marktwirtschaftliches System mit einem einheitlichen CO2-Preis wird uns weiter bringen als nur symbolische Verteuerungen von Flügen und Autofahrten oder Verbote.


Wenn wir hier versagen, werden wir umso stärkere Belastungen bei der Bekämpfung der humanitären Folgen erleben, den politischen Diskurs im Land nachhaltig schädigen und vor allem dem Klimawandel trotz teurer Anstrengungen nicht effektiv entgegentreten. Unser Ziel muss sein, die zukünftigen Schäden heute zu vermeiden; nicht später teuer zu reparieren. Menschenrechte zu schützen, braucht smarte Lösungen und nicht ideologisches, mutloses Klein-Klein.


Haben wir diesen Mut!

MENSCHENRECHTE
UND KLIMA


GYDE JENSEN

„Klimawandel ist eine der größten Gefahren
für die Menschenrechte“


Wer das leugnet, betreibt Realitätsverweigerung. Es ist eine Menschheitsaufgabe, dem fortschreitenden Klimawandel vorzubeugen und seine Folgen zu verhüten. Es fehlt manch einem das Bewusstsein für den Beitrag der Industrie- und Schwellenländer am Klimawandel, manchmal auch für die Folgen des Klimawandels an sich. Es fehlt aber gerade in Deutschland auch an dem Willen, besonnen mit den Herausforderungen und Ursachen des Klimawandels umzugehen. Statt radikalen Protest brauchen wir vernünftige Lösungen und realistische Machbarkeitsüberlegungen.


Wir müssen eingestehen: Der Klimawandel hat dras-tische Folgen. Wetterextreme häufen sich. Dürreperioden werden länger und zahlreicher. Gleichzeitig kommt es vermehrt zu Überschwemmungen. Es schneit in Regionen, in denen es früher nie Schnee gab. Auf der anderen Seite werden gemäßigte Klimazonen plötzlich von Hitzewellen und Waldbränden geplagt. Das stellt ein neues Risiko für grundlegende Menschenrechte auf Leben, Gesundheit und Nahrung weltweit dar, das vor allem Menschen und Regionen trifft, die ohnehin regelmäßig vor großen Herausforderungen stehen. Das sich ändernde Klima destabilisiert außerdem politische Verhältnisse und befördert so gewalttätige Konflikte um den Zugang zu Lebensgrundlagen wie Nahrungsmitteln und Wasser. 40 % der Bürgerkriege der letzten 60 Jahre wurden im Zusammenhang mit Umweltschäden geführt, Tendenz steigend.


Bereits jetzt sorgt der Klimawandel für einen starken Anstieg globaler Hungersnöte. In den vergangenen zehn Jahren war beinahe die Hälfte aller Einsätze des UN World Food Programme klimabedingt. Die WHO rechnet deshalb zwischen 2030 und 2050 mit jährlich 250.000 zusätzlichen Sterbefällen allein aufgrund von Unterernährung, Malaria, Durchfall und Hitzeschlägen.


Die Gefahr für Menschenrechte ist durch die Auswirkungen des Klimawandels immens. Wir müssen sie deshalb umso stärker verteidigen. Dazu müssen wir als Gesellschaft umsteuern und umdenken – hin zu einem echten Klimakonsens. Zunächst national – dann europäisch – dann international. Jeder Staat kann seinen individuellen Teil zum Gelingen dieses Projektes beitragen.


Das braucht einen kühlen Kopf, die sachliche Auseinandersetzung und den unbedingten Willen zu technischer Innovation: Wir müssen dringend unsere Anstrengungen erhöhen, CO2 gar nicht erst auszustoßen. CO2 vermeiden wir am effektivsten dort, wo die CO2-Vermeidungskosten am geringsten sind: In der Gebäudedämmung liegt einer der ungehobenen Schätze des Klimaschutzes. Nur wenn wir ohne Denkverbote die Ursachen des Klimawandels an der Wurzel packen, haben wir die Chance, den Klimawandel abzuwenden. Symbolpolitik ist an dieser Stelle geradezu gefährlich. Ein marktwirtschaftliches System mit einem einheitlichen CO2-Preis wird uns weiter bringen als nur symbolische Verteuerungen von Flügen und Autofahrten oder Verbote.


Wenn wir hier versagen, werden wir umso stärkere Belastungen bei der Bekämpfung der humanitären Folgen erleben, den politischen Diskurs im Land nachhaltig schädigen und vor allem dem Klimawandel trotz teurer Anstrengungen nicht effektiv entgegentreten. Unser Ziel muss sein, die zukünftigen Schäden heute zu vermeiden; nicht später teuer zu reparieren. Menschenrechte zu schützen, braucht smarte Lösungen und nicht ideologisches, mutloses Klein-Klein.


Haben wir diesen Mut!




Gyde Jensen MdB

Vorsitzende des Ausschusses für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe des Deutschen Bundestages.


Gyde Jensen MdB

Vorsitzende des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre
Hilfe des Deutschen Bundestages.

Newsletter abonnieren